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PlanetQuest-Hintergrund
Die Herausforderungen
PlanetQuest nahm im Jahr 2000 als Antwort auf zwei wichtige Probleme seinen
Anfang.
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| © Lynette Cook, http://extrasolar.spaceart.org |
Die grossen Planeten in
unserem Sonnensystem haben alle Ringe und ziemlich grosse Monde. Manche
der kürzlich entdeckten Planeten, solche wie hier abgebildet auf dieser
schönen, künstlerischen Darstellung, könnten ebenfalls Ringe und Monde
besitzen, vielleicht sogar genügend grosse, um bewohnbar zu sein. Im
Gegensatz zu allen anderen Methoden zur Erkennung von Planten kann die
Transitmethode auch potentielle Ringe und Monde um grosse Planeten erkennen.
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Die Bildung in Mathematik und Wissenschaft ist überall auf der Welt in
der Regel mangelhaft - insbesondere in Nordamerika - aber die Astronomie
kann beide dieser Gebiete in einer Wissen schaffenden Weise vereinen. Wir
glauben, dass die Ausbildung der nächsten Generation von scharfsinnigen Denkern
oberste Priorität hat. PlanetQuest greift auf weltberühmte
Sachkenntnisse zurück, um eine Vielzahl von Möglichkeiten zu bieten, mehr
über Astronomie und andere Naturwissenschaften, Mathematik, die Geschichte
der Wissenschaft und andere Themen zu lernen, bei denen Sie einen sichtbaren
Forschritt erkennen können. Wir bieten auch kostenlose Stundenpläne für Schulen
an und Vorschläge, wie Sie das PlanetQuest Collaboratory in den Lehrplänen
von Primar- bis Hochschulen einsetzen können. Für Studenten und Promotivierte
bieten wir eine grosse Vielfalt an interessantem Praktikum an - eine unglaublich
praktische Lernmöglichkeit! Wir bei PlanetQuest sind hauptsächlich Pädagogen,
abgesehen von den anderen Tätigkeiten, die wir ausüben.
Es existieren einige astronomische Datensammlungen, welche
eine grossangelegte Bildaufbereitung von Millionen von Sternen über lange
Zeiträume enthalten - und dies ist die optimalste Methode zur Erkennung
von extrasolaren Planeten (Planeten um andere Sterne): der photometrische
Transit. Um einen extrasolaren planetarischen Transit in riesigen Datensammlungen
zu finden, wir vorausgesetzt, dass Millionen von Modellen von möglichen Transits
mit aktuellen Lichtschwankungen eines jeden Stern über lange Zeiträume verglichen
werden. Wir sahen hierbei grosses Potenzial im verteilten Rechnen (Distributed
Computing), bei welchem grosse virtuelle Netzwerke geschaffen werden, indem
man sich die bescheidene Rechenleistung von normalen, mit dem Internet verbundenen
Heimcomputern zu Nutze macht. Unser Ziel ist es, jedermann für das Entdecken
zu begeistern, indem man das verteilte Rechnen und die astronomische Forschung
durch unsere Sachkenntnis auf eine neue Stufe bringt, um das weltgrösste astronomische
Observatorium zu erschaffen - die Menschen dadurch, dass man ihnen ermöglicht,
teilzunehmen und zu lernen, für Wissenschaft und Astronomie zu begeistern.
Spitzenforschung
PlanetQuest ist eine direkte Folge unserer Pionierarbeit im Gebiet der Planetenerkennung
in den letzten fünfzehn Jahren. (Die für PlanetQuest arbeitenden Wissenschaftler
haben im Ganzen über 100 Arbeiten zur Erkennung
von extrasolaren Planten in angesehener wissenschaftlicher Fachliteratur veröffentlicht.
Die photometrische Transitmethode, die von PlanetQuest für die Suche nach
Planeten um andere Sterne benutzt wird, misst einen Abfall in der Helligkeit
des Sterns, wenn ein Planet sich vor ihm durchbewegt ("ein Transit stattfindet").
Die Planetenumlaufbahn muss sich sehr genau auf unserer Sichtlinie befinden,
um erkannt zu werden, da der Planet in Wirklichkeit einen Schatten auf die
Erde werfen muss. Zwischen 0.5 und 10 Prozent dieser planetarischen Umlaufbahnen
sollten sich auf diese Art und Weise verhalten, abhänging von der Grösse der
Planetenumlaufbahn und der Grösse des Zentralgestirns selbst.
Ein grosser Vorteil dieser Methode liegt darin, dass anstatt zu versuchen,
einen Planeten um einen Stern nur zu einer bestimmten Zeit zu suchen (wie
beispielsweise in der radialen Radialgeschwindigkeits-Methode, welche bis
heute zu den meisten Entdeckungen extrasolarer Planeten geführt hat), zehntausende
Sterne zur gleichen Zeit beobachtet werden können. Dies kann erreicht werden
durch das Abbilden (Aufnehmen von photografischen Bildern) von dichten Sternregionen
wie jene, welche sich in der Richtung der Ebene der Milchstrasse befinden.
Die Bilder werden von einer auf einem Weitwinkelteleskop mit einem Meter Durchmesser
montierten grossen CCD-Kamera aufgenommen.
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| Eine dichte Sternenansammlung in unserer Galaxie. Aufgenommen
von PlanetQuest-Astronomen (Baade's Fenster in der 3. Region). Wir haben
die Lichtkurven von über 64'000 Sternen in dieser Aufnahme gemessen. |
Jede Aufnahme dieser Regionen ergibt eine Abbildung
von tausenden von Sternen. Durch die Analyse aller Abbildungen zusammen können
die Helligkeitsschwankungen eines jeden Sterns (dessen "Lichtkurve")
zu jeder Zeit in drei Schritten untersucht werden. Dies ist die Aufgabe des
Transit-Erkennungsalgorithmus (kurz TDA) im PQ-Collaboratory, welches von
der Webseite heruntergeladen und auf den Computern der PlanetQuester eingesetzt
werden können wird.
- Der erste Schritt umfasst die Trennung der Helligkeit eines Sterns
von seinen Nachbarn. Dies kann erreicht werden durch die Berechnung
einer Blende um jeden Stern und das Zusammenrechnen der Helligkeit innerhalb
dieser Blenden. Dies funktioniert vor allem dann gut, wenn sich der Stern
gut sichtbar von den anderen abhebt und die Wetterbedingungen beim Observatorium
in der Nacht ziemlich gut sind. Andernfalls muss der Stern mit einer sogenannten
"Punktverteilungsfunktion" ("psf") versehen werden,
mit der der Flächenschwerpunkt eines Sterns berechnet wird, um ihn
von anderen Sternen, die sich nahe zu befinden scheinen, abzusondern, damit
dann die eigentliche Helligkeit ermittelt werden kann.
- Beim zweiten Schritt wird die Helligkeit eines jeden Sterns (die
Lichtkurve eines Sterns) einer eingehenden Prüfung unterzogen,
um sich zu vergewissern, ob es sich um einen variablen Stern handelt und,
sollte dies der Fall sein, herauszufinden, um welche Art es sich handelt.
Dies ist wichtig, weil es sowohl die Einstufung der Art des Sterns (wenn
es beispielsweise eine Bedeckungsveränderliche ist) ermöglicht,
als auch die Unterscheidung jeder periodisch auftretenden Veränderung
der Flächenhelligkeit, welche durch Planetentransits verursacht werden.
Es gibt ungefähr 200 bekannte Typen von variablen Sternen, und die
von einem PlanetQuester gemachte Entdeckung irgendeiner dieser Arten wird
ein wissenschaftlicher Beitrag darstellen - ihre Namen und ihre Entdeckung
werden im PlanetQuest-Katalog für Entdeckungen aufgezeichnet und Teil
der Geschichte astronomischer Forschung werden. Stabile Sterne werden des
weiteren grosse Bedeutung haben als Referenzen von Standardhelligkeiten
und wegen ihrer dauernd bewohnbaren Zonen (DBZ) als mögliche Ziele
für SETI (Suche nach ausserirdischer Intelligenz) gehandhabt werden.
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| Tatsächlicher Abfall in einer Lichtkurve, welche auf
einen Transit eines riesigen Planeten um den Stern HD209458 (HST STIS-Photometrie)
hindeutet. Die Daten stammen von Brown et al. 2000. Die Tiefe eines
theoretischen terrestrischen Planeten ist zum Vergleich dargestellt.
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Der dritte Schritt besteht aus dem Angleichen von Modellen verschiedener
möglichen Planetenumlaufszeiten mit den viel kleineren Helligkeitsschwankungen
in der Lichtkurve, welche durch eine Planeten verursacht werden könnten,
der einen kleinen Teil des Sternlichts verdeckt, wenn er die Ekliptik passiert.
Da aufgrund der irdischen Atmosphäre, Abweichungen in den Beobachtungskameras
und auch stellarer Veränderungen selbst viele verschiedene Arten von "Funkeln"
(Schwankungen in der Lichtkurve) eines Sterns hervorgerufen werden, müssen
zum Aufspüren eines Planeten Millionen planetarischer Transitmodelle getestet
und der Lichtkurve des Sterns angeglichen werden. Nur so kann herausgefunden
werden, ob ein einzelner Abfall in der Helligkeit tatsächlich durch einen
Transit eines Planeten verursacht worden ist. Diese Technik liefert Informationen
über die Umlaufbahn des Planeten, dessen Umlaufzeit, Grösse und Zeitabschnitt
(Anfangsstandort in seiner Umlaufbahn). Die Transitmodelle imitieren Abfälle
verschiedener Grösse und Formen in der Lichtkurve und der TDA findet denjenigen,
der am besten passt.Wenn eine wirklich gute Übereinstimmung gefunden wird,
bedeutet dies die Entdeckung eines Planetenkandidaten und der PlanetQuester
wird benachrichtigt, dass er einen möglicherweise einen Planeten entdeckt
hat. Dessen Computer wird dann die PlanetQuest-Verwaltung kontaktieren,
und der PlanetQuester wird (als ein Collaborator) für seine Entdeckung geehrt
werden, sobald der Planet bestätigt wird.
Der Ansatz von PlanetQuest
Alle drei dieser Schritte können erheblich von einer Distributed Computing-Anwendung
profitieren, welche die ungenutzte CPU-Leistung auf einem mit dem Internet
verbundenen Computern ausnutzt, um daraus einen virtuellen Supercomputer zu
erschaffen. Die daraus entstandene Computerplattform ist um vieles leistungsfähiger
als alle konventionelle Supercomputer, da sie eine viel grössere Anzahl komplexer
Berechnungen pro Sekunde bewältigen kann. Auch andere computergestützte komplexe
wissenschaftliche Projekte wie SETI@home, Genome@home und Folding@home setzen
diese Methode äusserst erfolgreich ein.
Während der letzten drei Jahre sind die Technologien hinter Distributed Computing
weit fortgeschritten und erlauben eine eine effizientere Kommunikation und
bessere Hilfsprogramme. PlanetQuest macht sich diese Möglichkeiten und Erfahrungen
anderer Distributed Computing-Projekte zu Nutzen. Aber PlanetQuester verhelfen
nicht nur anderen zu Entdeckungen; PlanetQuester werden selber zu Forschungsreisenden
und Entdeckern! Das PlanetQuest-Collaboratory
wird Sie dabei unterstützen, zu verstehen, was Sie, aber auch andere, entdeckt
haben.
Eine Erklärung zur Funktionsweise des Collaboratories. Sie laden ein kleines
Programm von der PlanetQuest-Webseite herunter, welches, sobald Sie es installiert
haben, als Hintergrundprozess ausgeführt wird. Als Hintergrundprozess befindet
sich der PlanetQuest-Browser solange im Leerlauf, bis er erkennt, dass Ihr
Computer nicht mehr in Verwendung ist. Nun wird das PlanetQuest-Programm ein
kleines Paket zusammenhändender Daten planetarischer Aufnahmen vom zentralen
PlanetQuest-Server holen. Ihr Computer beginnt dann mit der Analyse dieser
Daten - aber auch nur dann, wenn Sie PlanetQuest die Erlaubnis erteilen anzufangen,
oder erkannt wird, dass der Computer gerade keine Verwendung findet. Das PlanetQuest-Collaboratory
wird die Eigenschaften des Sterns, welchen Sie gerade untersuchen, zusammen
mit einer Aufnahme der Gegend des Sterns, sowie anderen Informationen zum
Stern, wie seine Farbe, Grösse, Entfernung, Spektraltyp, Art der Variabilität
usw. anzeigen. Sie können mit Hilfe in das Collaboratory integrierter Werkzeuge
mehr über Ihren Stern und seine nähere Umgebung herausfinden.
Internetverweise ermöglichen es Ihnen, noch mehr Hintergründe über den Stern
und sein näheres Himmelsgebiet, welchen Sie untersuchen, herausfinden und
mehr über verwandte Themen der Astrophysik auf vielen verschiedenen Schwierigkeitsgraden
- von sehr grundsätzlichem Text zu Kopien technischer Schriften aus renomierten
Fachzeitschriften - erfahren. Ob Sie nun ein Grundschüler oder ein Professor
sind, Sie werden bestimmt etwas finden, dass Ihre Neugier befriedigt. Sie
werde auch in der Lage sein, zusätzliche Premium-Inhalte zu abonnieren, indem
Sie der PlanetQuest-Akademie beitreten. Dies wird Video- und Audio-Streamings
aus dem Internet umfassen, Verfahren der PlanetQuest-Akademie, Zertifikate
von Entdeckungen, spezielle astronomische und wissenschaftliche Reisemöglichkeiten,
sowie Sonderpreise für PlanetQuest-Kleidungsstücke und Caps. Wir werden auch
spezielle Geschenke der PlanetQuest-Mitgliedschaften anbieten, damit Sie nicht
allein suchen müssen! Bringen Sie einen Freund für dieses Abenteuer mit!
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